Tibet - Oktober 2010

Tibet
Samstag 2.10.2010 / Shanghai – Lhasa
Unser privater Taxifahrer holt uns, Michael, Alfred und mich puenktlich ab und bringt uns zum Pudong Airport. Frueh morgends um 5 Uhr ist noch nichts los auf den Strassen,so dass der Start schon mal sehr relaxed beginnt. Der Flug geht ueber XIAN nach Lhasa, wo wir doch am spaeten nachmittag ankommen. Mir ist schon etwas mulmig bei dem Gedanken, wie wir wohl mit dem Sprung von Meereshoehe auf  4000Hm zurecht kommen. Und es wird sich speater herausstellen,dass zumindest mir das nicht gut bekommen ist.  Der Flughafen in  Lahsa ist umrundet von den Bergen, und das Licht hier ist so klar und faszinierend. Auf dem Weg zum Landen hat der Kapitaen noch eine Schleife eingelegt, auf der man einen grossartigen Blick auf die hohen schneebedeckten Berge erhaelt.
Unser Tourguide  hat uns dann herzlich empfangen und ins Hotel gefahren.  Wir sind abends in einem netten Restaurant „ Dunya“ eingefallen. Das wird von einem Hollaender und seiner Amerikanischen Frau  gefuehrt. Als Auslaender muss man jedoch immer einen lokalen Partner haben. Unser Tourguide hat spaeter erzaehlt, dass der Partner jedoch eingesperrt wurde, somit leiten sie jetzt das Restaurant allein.

 

Sonntag 3.10.2010 / Lhasa
Sonntags nach einem kleinen  Fruehstueck, fahren wir zum nahegelegenen Drepung  Monastery, die sich auf eine Anhoehe erstreckt, was wie immer viel Treppen steigen bedeutet. Da die Woche Chinesische Holidays sind, sind zienlich viele Einheimische Pilger aber auch Chinesen unterwegs. Auf der Tour durch das Kloster wundern wir und uber Gesaenge. Und weiter oben wird klar was der Anlass ist. Junge Manner und Frauen stehen auf dem Dach des Klosters, und ebnen einen neuen Lehmboden, in dem sie taenzerisch und mit Latten den Boden verpressen. Das ergibt dann eine schoenes Hoerspiel, da sich die Gesaenge  der Manner mit den Frauen im Rhytmus abwechseln. Von Oben hat man einen faszienierenden Blick auf das Tal und wir sichten  auch einige Adler die sich in der Naehe herum treiben.
Das Kloster, wie auch alle weiteren hier in Tibet, ist wunderschoen bemalt im typischen Tibet stil und ueberall  sieht man die bunten Flaggen aussen und innen. Mein Highlite hier ist die Kloster Kueche. Man  betritt einen dunklen  sehr hohen Raum, der durch wenige Fenster lichtbeflutet wird. In der Mitte steht ein grossen Kaminofen, wo in einem grossen Kessel gerade Kartoffen kochen. Seitlich sind Regale mit allen Arten von glaenzenden Metall toepfen. Hier herrscht eine ganz eigenartige Ruhe. Alfred ist es gelungen mit wunderschoene  Fotos die einzigartige Atmosphare einzufangen.
Nachmittags, gehts dann zu einem anderen Kloster SERA Monastery. Als wir drauf zu gehen, sehen wir schon eine riessen Schlange wartender Pilger. Userem Tourguide gelingt es jedoch und zu einem Nebeneingang einzuschleussen. Zudem wir ja auch nicht drauf warten  uns eine „schwarze“ nase zu holen. Unser Tourguide erklaert, dass die Pilger  jemals einmal in ihrem Leben hierher kommen um den Segen des Buddhas zu erhalten, der ihnen eine schwarze Nase verpasst. Alfred und Michael sind fit genug sich hier alles anzusehen,  ich muss leider passen. Mir faellt es mittlerweile schon schwer ein Bein vor das andere zu bewegen, geschweige Treppen zu steigen. Es ist nicht so dass ich mit der Atmung Probleme habe, sondern einfach keine Power mehr.
Bevor es wieder ins Hotel geht, besuchen wir noch eine Teppichknuepferei. Nach langen hin und her, entschliesen wir uns  einen Teppich zu kaufen, der dann nach Shanghai geliefert wird.
Abends fallen wir dann entsprechend nur noch schraeg gegenueber vom Hotel in ein Vegetarisches Restaurant ein, weil ich nicht mehr laufen kann. Und eigentlich auch keinen Hunger mehr habe. Meine „Maenner“ kuemmern sich ruehrend um mich und besorgen mir Tabletten gegen Hoehenkrankheit.

 

Montag 4.10.2010 / Lhasa
Heute ist der Besuch des Patala Palace geplant, die Residenz des Dalai Lama. Da dieser im indischen Exil weilt sind sein Palast inklusive Privatraeume nun oeffentlich besichtigbar. Die Tickets sind wegen des grossen Andrangs, auch chinesischer Touristen, zeitlich limittiert. Ich skippe die  ganze Tour, da es schon klar ist dass man hier viele Teppen bewaeltigen muss,so dass ich einfach unten in einem nahegelegenen Park auf die beiden warte, wo ich mir zeitweilig mit dem Beobchten der Einheimischen vertreibe.
Wie mir spaeter Alfred und Michael erzaehlen, sind sie ewas spaet dran so dass der Tourguide sie anhaelt in kuerzester Zeit nach oben zu laufen, wass unter den umstaenden auch den Beiden Atemschwierigkeiten einbringt und sie japsend oben ankommen.
Ein Ausschnitt aus Michael Erzehlungen:  „Um nicht zu spaet zu kommen, hechten wir die Stufen zum Palast also in 10 Minuten rauf, was angesichts der duennen Luft zum Morgensport wird. Nach kurzer Verschnaufpause widmen wir uns dem eindrucksvollen Interieur. Alle paar Reinkarnationen hatte sich der Dalai Lama eine neue Kapelle, einen neuen Gebetsraum oder einen neuen Thronsaal errichten lassen. Dazu kommen die zahlreichen Grabstaetten, Aufenthalts- und Privatraeume, so dass es wirklich schwierig ist in der vorgegebenen Stunde alles in Ruhe zu betrachten – aber das ist fuer Chinesen ja sowieso nicht der Sinn des Sightseeing, hauptsache man hat hier und da ein Foto mit sich im Vordergrund um zeigen zu koennen dass man da war. Von den Daechern hat man einen wunderbaren Blick ueber Lhasa und die umgebenden Berge und so wird auch der Abstieg nochmal zum Genuss.“
Den Rest des Nachmittags verbringe ich dann im Bett, in der Hoffnung dass es mir dann besser geht, bevor wir am naechsten Tag Lhasa verlassen um  weiter Richtung Yamdrok Lake – Gyantse zu fahren.
Abends, geht es mir dann doch schon wieder „etwas“  besser, so dass wir in einem netten Restaurant leckeres  Yak-Essen geniessen koennen.

 

Dienstag 5.10.2010 / Lhasa – Gyantse
Morgends um 8 Uhr geht’s los. Richtung Yamdrok Lake – Gyantse . Meine Nacht war grauenhaft und hoffe dass mein Gesundheitszustand sich allmaehlich verbessert. In der Nacht hat es etwas geregnet, und es ist noch etwas bewoelkt als wir Lhasa verlassen. Mit jedem Kilometer  die wir fahren, wird das Wetter besser und wieder haben wir dieses faszinierende Licht mit dem Blick auf die Berge.
Die Lanschaft ist fantastisch, vor allem als wir den Pass 4500Hm erreichen mit schneebedecktem Gletscher, von dem wir einen fantastischen Blick auf einen  tuerkisen See, den wir dann entlang fahren und herausstellt dass er sich ewig lang erstreckt.
Nachmittags ereichen wir unser Hotel. Waehrend Alfred und Michael, dann noch weitere Sehenswuerdigkeiten ansehen, leg ich mich flach. Abends, faellt es mir schon ziemlich schwer mich die wenigen Meter ins Restaurant zu bewegen.
Mittwoch  6.10.2010 / Gyantse – Lhasa
Heute entscheiden wir die weitere gelanteTour  nach Shigatse abzubrechen. Mir geht es mittlerweile so schlecht. Gut dass die beiden den gestrigen Tag noch nutzten, um  eine „Stupa“ ein  Gebaeude mit meheren Etagen und vielen, vielen kleinen Tempeln.
Wir fahren den gleichen Weg wieder zurueck nach Lhasa, und da das Wetter heute bewoelkt ist, kommt einem die Landschaft ein zweites mal wir neu vor, vor allem weil es teilweise geschneit hat und die Berge ueberzuckert daliegen.
Zurueck in Lhasa,habe ich bereits den Endruck einer Besserung. Zudem bekamen wir ein Zimmer im Erdgeschoss, wo ich zumindest mir das Teppen gehen sparen konnte.

 

Donnerstag 7.10.2010 / Lhasa
Unser Tourguide hat schnell ein Alternativprogramm gefunden, und die Umbuchungen vom Hotel waren dann auch kein Problem.
Den Rest des Tages verweise ich auf einen Auszug aus Michaels Reisebericht:
“ Das Alternativprogramm besteht zunaechst aus der Besichtigung eines  Nonnenklosters. Der Weg dort hin fuehrt durch kleinere Seitenstrassen und Gassen und ermoeglicht einen kleinen Einblick in das Leben der Bewohner Lhasas. Kleine Laeden in denen alles lebensotwendige verkauft wird, reihen sich aneinander und es wird viel gelacht und gefeilscht. Auch das sonst omnipraesente chinesische Militaer ist hier kaum anzutreffen und so wirkt der Ort auf seltsame Art idyllisch. Das Kloster entpuppt sich schliesslich als eine kleine Oase inmitten eines sonst eher schmucklosen Viertels. Denn auch tibetische Nonnen erfuellen das internationale Klischee der Affinitaet von Frauen zu Blumen und anderem Gewaechs. Im kleinen Innenhof, der zum groessten Teil aus einem Freiluftrestaurant besteht, dass an einen Biergarten erinnert, stehen ueberall Blumenkuebel und Obstbaeume herum. Auch sonst wirkt das Kloster sehr lebendig, da die Nonnen ueberall ihren religioesen Pflichten nachgehen. Sei es beim Gebet in den einzelnen Kapellen oder beim Studium alter Schriften in den Lehrsaelen. Nicht zuletzt wegen der tollen Atmosphaere kaufen wir hier im Klosterladen unsere ersten Souveniers. Als besonderes Highlight lernen wir noch die kleine Tochter unseres Tourguides kennen, die im Hof spielt und seine Schaegerin, die in der Kueche des Restaurants arbeitet.
Der letzte Programmpunkt unserer extrem interessanten Tibetreise bildet dann zugleich den Hoehepunkt: wir kehren in das Sera Monastery  zurueck, um die beruehmte Moenchsdebatte zu erleben, die wir verpasst hatten, weil unser Besuchstag ein Sonntag gewesen war. Als wir im Innenhof, in dem die Debatte stattfinden wird, warten kommen langsam erste junge Moenche herein und setzen sich auf die bereitliegenden kleinen roten Polster. Danach kommen aeltere Moenche, die sich hinter die juengeren setzen, um das Spektakel zu beobachten. Als letzte kommen schliesslich die Moenche mittleren Alters, stellen sich eins gegen eins vor den juengsten auf und beginnen spirituelle Fragen zu stellen. Dabei klatschen sie in die Hand und zeigen auf dienjenigen Lehrlinge, die die Frage zu beantworten haben. Hat ein Neuling seine Antwort gegeben, wird er gelobt oder gescholten und bekommt die naechte Frage gestellt. Alle Beteiligten wirken dabei fokussiert auf das Spiel, dennoch wird viel gelacht unben auch diskutiert. Nach und nach beginnen dann auch die aelteren Moenche untereinander das Spiel, allerdings wird hier natuerlich tiefsinniger diskutiert und dementsprechend auch laenger nachgedacht und geredet. Da hier ueber 60 Moenche gleichzeitig am debattieren sind, ergibt siche eine eindrucksvolle Geraeuschkulisse, die nicht einmal laermende chinesische Touristen uebertoenen koennen.“
Mittags sind wir in  „New Mantala Restaurant“ eigefallen und haben fantstich gegessen, abends nochmal in dem gleichen wo wir schon 2 Tage zuvor waren. Eine Unschoene Begebenheit hat sich dort ergeben, dass Einheimische Tibeter leider eine  Tisch raeumen mussten, weil Chinesen aushgerechnet diesen haben wollten, obwohl genuegen andere Tische noch frei waren.
Freitag 8.10.2010 / Lhasa
 Um 8 Uhr los zum Flughafen. Flieger nach Chengdu ist verspaetet, aber da wir genuegend Zeit zum umsteigen haben, sollte es schon passen um nach Shanghai zu kommen.Mir geht’s jetzt schon besser und ich hoffe dass in Shanghai alles sich schnell wieder einrenkt.

 

Resume:
Insgesamt gesehen, war dies die faszienierendste Reise  unseres gesamten  30 monatigen China Aufenthaltes und ein wirkliches Highlite am Ende unseres Aufenthaltes!
Trotz meiner Probleme mit der Hoehenkrankheit, war ich meistens doch ganz gut drauf und konnte Tibet in vollem Zuegen geniessen. Tibet ist ein faszinierendes Land. Die Bevoelkerung  zu beobachten, mit ihren verschiedensten Trachten,   wunderschoene Frauen und Maenner, die einem ein Lachen schenken, wenn man sie anlaechelte , die Selbsbewustsein und Frohmut  ausstrahlen ohne die chinesische Ueberheblichkeit , trotz dass an jeder Ecke bewaffnete Polizei und Militaer steht.
Man kann gespannt sein, was sich in Tibet alles weiter so entwickelt, aber ich kann nur jedem von euch empfehlen Tibet bald zu besuchen, denn es ist deutlich zu sehen, dass das Land in Umbruch ist, wie ja auch China in den letzten Jahren.
Wenn ihr eine Reise nach Tibet plant, dann aber  mit langsamen Steps um sich an die Hoehen zu gewoehnen. Entweder mit einem Zwischenaufenthalt irgendwo schon hoeher gelegen, oder ihr benutzt den Zug von Xining und gewoehnt euch so an die Hoehe.
Falls jemand einen Trip planen will, kann ich euch unseren Tourguide ChuSang waermstens empfehlen.
„ email: Ssonamt@yahoo.com, mobile +86 13518919902.” Er erledigt alles von Tibet-Permit, Fluegen, Hotel und Reiseplanung.

 

Weitere Ausichten:
Wochende mit Michael und Alfred bevor beide nach Deutschland fliegen.
In einer Woche habe ich zu einem Internationalen workshop eingeladen. Da muss ich als Host eine Menge vor bereiten. (Hoffentlich habe ich maich dann schon wieder entsprechend erholt)
In 2 Wochen kommen Anja und Wolfgang am Ende Ihrer China Radel Reise auf eine Kurzvisite am Wochenende vorbei.
Zeit laeuft.... bis dahin...lasst es euch gut gehen
Claudia

8.10.10 14:49

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lumi / Website (1.11.10 04:44)
Ja in Tibet kann man den Himmel anfassen ;-) Ich habe leider noch nicht das Glück gehabt, eine Reise dort hin machen zu können, geplant ist es aber auf jeden Fall. Den Landeanflug in Lhasa stelle ich mir großartig vor...euer Pilot hat da wohl dran gedacht, als er die Schleife geflogen ist ;-)


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